Tagebuch 10. Tag 09.08.2017 (13 km)

Audioausgabe vom Tagebuch

Tagebuch

Aufstehen um 8:00 Uhr und Frühstücken, den Rucksack gepackt und dann geht es wieder los über die hohen Auen der Berge. Was ich kaum glauben konnte, ich hatte mich an einem Punkt zum ersten Mal verlaufen. Die Landschaft, die Sonne die über den Wolken stand hatten mich so verzückt, dass ich nicht auf den Weg geachtet hatte. Dann suchte ich meine Papiere, die ich sonst immer in die Seitentasche der Hose verstaute. Sollte ich sie vergessen oder liegen gelassen haben in der Refuge Pombei? Ich durchsuchte erst einmal den Rucksack. Und da war sie auch, ich hatte sie in der Deckeltasche verstaut. Gott sei Dank!!!!! Nun musste ich wieder auf meine eigentliche Route kommen. Den Verlauf des Weges konnte ich über eine Bergaue wieder zum eigentlichen Weg hochklettern. Dann ging es auf 2100m ein ganzes Stück den Berg entlang. Unterwegs kam mir eine Gruppe mit Pferden entgegen, die mit zusätzlichen Maultieren eine Bergtour unternahmen. Ja die Pferde hätte ich auch gerne mal in Anspruch genommen. Aber gut ich will ja nicht klagen, ich laufe doch lieber. Nach einem kurzen Waldstück wo das Moos von den Bäumen hing, kam ich in ein Tal. Ich hörte Schreie in der Luft. Da waren Sie, die Geier. Mehr als zehn waren es in der Luft auf einmal, die um den Berg bei Haut de Peyreget ihre Runden drehten um nach Futter Ausschau zu halten. Ein kanadisches Pärchen die auch den Weg zur Refuge Ayous gingen waren ebenfalls fasziniert von diesem Ereignis. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Wieder kamen Wolken auf und die Geier waren vom Himmel verschwunden. Nun aber wieder zum Weg. Nach dem die Geier verschwunden waren, kam ich an eine Almhütte vorbei die frischen Käse verkauft, doch diese war noch 300m von Weg entfernt und da wollte ich nicht noch wieder hoch. Ich habe mir da lieber die Schweine am Wegesrand angeschaut. Die Schweine haben es hier besser wie die von uns am Niederrhein. Sie waren sogar braun gebrannt von der Sonne und konnten frei auf der Alm herumlaufen. Weiter an einer Bergpassage lag ein totes Rind, das die Geier schon besucht hatten. Nein wir sind hier nicht in Texas. Die Wege sind nicht nur für Rinder gefährlich. Ein Fehltritt und man muss aufpassen, dass einem nicht die die Geier verspeisen. Vorbei am Lac Casterau und dem mit Wasserpflanzen bewachsenen See Lac Bersau, komme ich zur Refuge Ayous auf 1980m. Hier treffe ich auch die Schweizer Gruppe aus der Refuge Pombei wieder, die hier auch übernachten will. Die Schweizer Studentengruppe, wie sie mir in der Refuge Ayous erzählten, hatte die Geier auch gesehen. In den Bergen sind viele Nationalitäten unterwegs. Unterhalten kann man sich mit Händen und Füßen oder meistens in Englisch. Jeder versteht jeden, oder weis was der andere sagen will. Nun sitze ich hier und schreibe mein Tagebuch, die Schweizer spielen wieder Karten und ich trinke mit ihnen Rotwein zur Feier des Tages. Ach so das wollte ich noch schreiben, dass kanadische Pärchen hat sich hier in der Refuge Ayous vor versammelten Mannschaft verlobt. Die Refuge hat getobt wie ihr sicher denken könnt. Ja der Wein war auch lecker. Am Abend schauen wir uns alle noch einmal das schöne Bergpanorama an, das von der Sonne erleuchtet wird.

Wegbeschreibung