Tagebuch 8. Tag 07.08.2017 (7,5 km)

Audioausgabe vom Tagebuch

Tagebuch

Frühstück um 7:30 Uhr. Wie meistens gibt es zum Frühstück Zwieback mit Butter und Marmelade. Dazu Trinkschokolade oder Kaffee aus einer Trinkschale. So gegen 9:30 Uhr mache ich auf den Weg in Richtung Refuge Pombei. Die Passage die Orteig, für die ich extra noch Sicherungszeug mitgenommen habe, war aus Wettergründen nicht begehbar. In den Bergstationen wird morgens ein Lagebericht gegeben, sodass sich die Bergsteiger und Wanderer auf die Wetterlage einrichten können. Auch bei der Anmeldung wird gefragt, wo man herkommt und wo es am anderen Tag hingeht, und ins Hüttenbuch eingetragen. Da die Orteig-Passage mit Wolken verhangen ist, werde ich die Alternativpassage über den Col de Arrlous 2320m nehmen. Schade, doch heute Nacht habe ich schon davon geträumt, dass ich die Orteig-Passage nicht nehmen werde. War das ein Zufall? Die Passage über den Col d Arrlous fällt mir heute gar nicht so schwer, obwohl es ziemlich bergauf ging. Ich werde mich bestimmt schon an die Höhenluft gewöhnt haben, denke ich. Der Abstieg war umso heftiger. Es ging 5 km nur bergab. Ich musste genauso viel Pausen einlegen wie sonst bergauf. Auf den Hochalmen waren wieder Rinderherden und Schafe, die hier oben Futter suchten. Kurz bevor es dann ins Tal geht, durchquere ich noch ein kleines Waldstück. Unten im Tal angekommen habe ich mich entschlossen, hier Rast zu machen. Noch zusätzliche 5,5 km bis zur Refuge Pombei, werden ich wohl nicht mehr schaffen. Im Tal war eine Schäferhütte, und der Schäfer verkaufte seinen Schafskäse direkt an Wanderer. Die Hütte des Schäfers war nicht sehr groß. 6 x 3 m und geteilt in zwei Hälften. Eine Hälfte für die Käserei und die andere Hälfte für den Schäfer und seine Hunde. Ein schönes Stück Käse für zwei Tage habe ich mir sogleich für 4 Euro gekauft. Das Zelt hatte ich unten am Bachlauf, der den Lac de Fabreges speist, aufgeschlagen und mich danach im Bach gebadet. Das tat richtig gut und das Wasser war angenehm kühl. Hier hatte auch wieder nach Tagen ein Mobilnetz. Doch nach meinem ersten Anruf zu Hause, geht auf der anderen Seite keiner dran. So gegen 15:00 Uhr hatten ich dann den Mike an der Strippe. Roswitha und Mike waren in Wesel zum Essen als ich es zum ersten mal versuchte. Ich richtete nun meinen Zeltplatz ein. Die Disteln wo ich mein Zelt aufschlagen wollte, habe ich dem Messer gestutzt. Die ganze Wiese war hier voller Herbstzeitlosen und anderen Wildblumen. Große Geröllbrocken aus den Bergen boten hier und da etwas Windschutz. Es war nach 19:00 Uhr und ich machte mir mein Abendessen. Es gab frischen Schafskäse mit Brot und Trinkschokolade. Hier im Tal kreuzen sich der GR108A (Camino d Ossau) und der GR101. Dann geht es für mich in den Schlafsack.

Wegbeschreibung