Tagebuch 9. Tag 08.08.2017 (6 km)

Audioausgabe vom Tagebuch

Tagebuch

Aufstehen um 9:00 Uhr. Es ist ziemlich kalt heute Morgen. Alles geht etwas langsamer. Das Zelt muss erst noch durchgelüftet werden, weil es in der Nacht viel geregnet, geblitzt und gedonnert hatte. Ich hatte das Zelt in einer Höhe von 1300m aufgebaut und war von einer Regenwolke eingeschlossen worden. Das Rauschen des Baches hat mich so langsam bei Blitz und Donner in den Schlaf gebracht. Nun muss ich erst noch gefrühstückt werden, bevor es dann um 10:00Uhr nach dem Zähneputzen im Bachlauf wieder losgeht. Der Tag sollte viele Überraschungen mit sich bringen, also gehe ich es an. Nach einem kurzen Wiesenstück geht es in den Wald, dann über eine kleine Bachbrücken entlang an Kuhweiden und einer freilaufenden Pferdeherde. Wie immer höre ich Murmeltiere pfeifen, doch zu Gesicht bekomme ich keins zu sehen. In der Luft konnte ich einen Falken beobachten, der versuchte einen kleinen Mauersegler zu fangen. Doch der kleine Vogel war geschickter und konnte die Angriffe des Falken abwehren. Glück gehabt wird sich der Mauersegler gedacht haben. Ich versuchte selbst zu Pfeifen um mal ein Murmeltier anzulocken, doch stattdessen habe sich drei Gämse gezeigt. Mit ihrem Fell kann man sie nur schlecht erkennen. Nun geht es noch ein paar hundert Meter bis zur Refuge d Pombei die auch schon in Sicht ist. Der 2800m hohe Col d Ossau ist etwas von den Wolken verdeckt und die Sonne hatte heute keine Chance. Angekommen in der Refuge Pombei saßen schon viele Bergsteiger, die wohl gerne auf den Col d Ossau gestiegen wären. Eine große Gruppe Schweizer und junge Franzosen spielten Karten (Tarroskart). Nach dem ich mich angemeldet hatte, bekam ich einen Schlafplatz im Außenzelt zugewiesen. Zelten konnte ich zwar auch, aber das Außenzelt und die vielen Wolken war eine bessere Alternative (nachts hatten wir nur 5 Grad). Zum Mittag gab es diesmal Kohlsuppe, mal etwas anderes wie sonst Linsen. Die Schweizer hauten sich Spagetti mit Tomatensoße rein. Ich trank eine Schokolade um meine Kräfte in den Schwung zu bringen. Abends gab es für alle Chili con Carne. Jeder hat sich den Teller bis oben hin vollgehauen. Die Schüsseln mussten leergegessen werden, so der Herbergsvater. Doch das war nicht schwer, denn allen hatte Hunger und jeder, auch ich, nahmen zwei bis drei Teller. Als Nachtisch gab es dann noch Pudding und Kuchen. Die Nacht war kalt und als ich mal raus musste, zum Pinkeln, war ein Sternenklarer Himmel. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte ich den Anblick länger genossen. Um 7:30Uhr gab es zudem noch einen herrlichen Sonnenaufgang am Col d Ossau.

Wegbeschreibung